Was muss man bei einem Fernglas beachten?

Die Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten, kleine Details entdecken, die man sonst mit dem Auge nicht sehen kann, dafür braucht man ein Fernglas. Auf dem Markt gibt es aber so viele Angebote, dass man absolut nicht weiß, welches das Richtige ist.

Verwirrend groß sind auch die Preisspannen. Wir erzählen Ihnen, welche Kriterien beim Fernglas beachtet werden sollten.

Wofür brauche ich genau ein Fernglas?

Was muss man bei einem Fernglas beachten

Bevor Sie sich nach den technischen Details eines Fernglases umgucken, sollten Sie für sich entscheiden, wofür Sie es brauchen. Man unterscheidet generell zwischen den leichten Reiseferngläsern und schwereren Großferngläsern. Je nach Hersteller werden auch Zwischengrößen angeboten.

Wenn Sie Fernglas für die Beobachtung der Tiere im Wald oder einer Wanderung an der Küste brauchen, sollten Sie kein sehr schweres Modell wählen. Hier reicht ein Reisefernglas vollkommen aus.

Ein größeres Fernglas hat ein großes Gewicht und sorgt somit für größere Verwacklungen. Deswegen eignet es sich für eine stationäre Beobachtung mit einem Stativ.

Die technischen Daten beachten

Auf der Verpackung können Sie immer zwei Zahlen finden. Diese geben die Leistung eines Fernglases an. Die Bezeichnung „8 x 56“ bedeutet z.b., dass dieses Fernglas eine 8-fache Vergrößerung und einen 56 mm Objektivdurchmesser hat. Die Eintrittsöffnung für das Licht ist also 56 mm im Durchmesser.

Der große Objektivdurchmesser lässt Sie auch alles in der Dämmerung (siehe Dämmerungszahl) erkennen. Eine hohe Lichtausbeute empfiehlt sich immer auch für ältere Menschen, weil ihre Augen immer mehr Licht brauchen.

Fokussierung

Die Scharfstellung erfolgt meistens per Mitteltrieb. Dieser sitzt oben auf dem Gerät zwischen den beiden Okularen. Leute mit einer Sehschwäche benötigen oft eine individuelle Einstellung. Die Geräte mit so einer speziellen Funktion kosten etwas mehr. Es gibt auch Ferngläser speziell für Brillenträger.

Pro und contra einer elektronischen Bildstabilisierung

Eine elektronische Bildstabilisierung ist sehr komfortabel, aber auch teurer. Sie macht zwar das Fernglas empfindlicher bei Stürzen und sogar schwerer, bietet aber auch ein besonders scharfes und klares Bild ohne Verwacklungen.

Augenmuscheln und Augenabstand

Der Augenabstand ist individuell und beträgt meistens 56 – 76 Millimeter. Natürlich gibt es auch Menschen, bei denen er größer oder kleiner ist. Für sie gibt es besondere Modelle.

Die Augenmuscheln sorgen dafür, dass Licht nicht in das Seefeld von der Seite fällt. Es empfiehlt sich, das Fernglas beim Kauf auszuprobieren, damit Sie wissen, ob die Verbindung zu Ihrem Auge optimal ist.

Besonders Brillenträger müssen darauf achten, ob sie ohne Probleme sehen können.

Gläserqualität beachten

Die verwendete Gläserqualität ist ebenfalls verantwortlich für ein gutes Seherlebnis. Die Gläser werden schlechter, wenn bei der Herstellung Arsen, Blei oder sonstige Stoffe zum Einsatz kommen. Da beim Sturz die Linsen nicht verkratzen dürfen, empfehlen wir Ihnen immer die speziellen Schutzkappen zu verwenden.

Das Gehäuse wird meistens aus Kunststoffverbindungen, Magnesium-Legierungen oder Aluminium hergestellt. Sie sollten darauf achten, dass das Gehäuse nicht empfindlich auf Nässe oder Temperaturschwankungen reagiert. Außerdem sollte es stabil und trotzdem nicht schwer sein.

Standortbeobachtungen mit Spektiven

Spektive bieten eine noch bessere Vergrößerung als Ferngläser. Diese Fernrohre werden nur mit einem Stativ verwendet und sind wegen ihrer Bauweise deutlich schwerer und unhandlicher. Deswegen eignen sie sich eher für Beobachtungen für längere Zeit vom gleichen Standort.

Es gibt zwar schon Modelle ab 200 Euro, aber wenn Sie sich für ein Spektiv entscheiden, lohnt es sich etwas mehr auszugeben und ein gutes Gerät kaufen, das Ihnen lange dienen wird.